Donaukurier - 02. Mai 2022

Die besten Synchronschwimmerinnen des Freistaats begeisterten im Neuburger Parkbad

Eine tolle Stimmung, Jubel, Anfeuerungsrufe und packende Leistungen: Die Bayerischen Meisterschaften im Synchronschwimmen hatten alles, was man von einem perfekten Wettkampf erwarten kann.
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Eine der Aufsehen erregendsten Figuren zeigte das Team der Stadtwerke München (oben). Aber auch die Choreographien und Leistungen der Donaunixen konnten sich sehen lassen und wurden entsprechend honoriert. - Foto: Bartenschlager

Sieben Vereine hatten sich gemeldet und ihre Solistinnen, Duos und Mannschaften - insgesamt 133 Athletinnen - waren am Samstag und Sonntag ins Neuburger Parkbad gekommen, wo sie hochklassigen Sport zeigten: SB Delphin 03 Augsburg, SC Eibsee Grainau, TSV Eintracht Karlsfeld, SG Stadtwerke München, SBB 07 Nürnberg, SV Würzburg 05 und natürlich die Donaunixen des TSV Neuburg, die vor heimischer Kulisse glänzten und einiges an Medaillen abräumten.

Der erste Wettkampftag stand ganz im Zeichen der Pflicht. Die Jüngeren hatten Übungen, wie "Ballettbein gestreckt", "Barracuda" oder "Überschwung rückwärts", zu zeigen. Die Wertungsrichterinnen achteten auch auf kleinste Nuancen. Bei den Älteren, den Altersgruppen A/B und Jugend, wurde 2017 die Pflicht durch die sogenannte Technische Kür ersetzt. Hier sind die einzelnen Übungen vorgegeben, doch werden sie zu individuell ausgewählter Musik und in flüssiger Abfolge dargeboten. Dieser Teil ist bereits ein Fest für die Augen. Auf internationaler Ebene wurde dieser Beschluss sofort umgesetzt. Deutschland wollte 2020 folgen - doch dann kam Corona. Deshalb stellte die Darbietung der Technischen Kür in Neuburg eine Premiere dar. Eine zweite vorgesehene Premiere fiel ins Wasser. Eigentlich hätte ein Mixed-Duett an den Start gehen sollen, eine Novität, denn Synchronschwimmen ist eigentlich eine rein weibliche Angelegenheit. Doch der männliche Teil des Duetts musste wegen Krankheit passen.

Noch ein Wort zu den Pflichtübungen: Das Technische Komitee Synchronschwimmen des Weltschwimmverbandes, legt alle vier Jahre, jeweils nach den Weltmeisterschaften, neue Elemente fest, damit es auf Dauer nicht langweilig wird. Heuer ist es wieder soweit: Die WM wird in Budapest abgehalten. Derzeit gibt es über 100 verschiedene Pflichtübungen.

Foto: Bartenschlager

Das Hauptaugenmerk der Zuschauer richtet sich für gewöhnlich auf die Kür-Darbietungen, so auch diesmal. Die Tribüne des Parkbads war am Sonntag voll besetzt. Die eigene Mannschaft wurde angefeuert, die Leistungen der anderen mit Applaus gewürdigt. Der Schirmherr, Neuburgs OB Bernhard Gmehling, nahm am Nachmittag die offizielle Begrüßung vor und beobachtete den Einmarsch aller Sportlerinnen. Und dann ging es auch schon los. Die Wertungsrichterinnen nahmen Platz und die Mannschaften zeigten bei der Freien Kür ihr Können.

Wer sich dem Synchronschwimmen verschreibt, hat eine anspruchsvolle Sportart gewählt. Hier treffen die Fähigkeiten von Wasserballern, von Balletttänzerinnen und von Leistungsschwimmerinnen aufeinander. "Man kann das vergleichen mit einem 400-Meter-Schwimmen, ohne Luft zu holen", erklärt Barbara Rauscher, Chefin und Gründerin der Donaunixen. "Außerdem sind Elemente aus dem Ballett wichtig und die Sportlerinnen müssen hoch aus dem Wasser kommen können, wie die Wasserballspieler. " Kraft, Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit spielen weitere entscheidende Rollen. "Man steht auf dem Kopf unter Wasser, kann keine Luft holen und muss sich auf die Abfolge der Choreographie konzentrieren", verdeutlicht Barbara Rauscher.

Und wie funktioniert das synchrone Agieren, wenn keine der Sportlerin sehen kann, was die anderen gerade machen? Ganz einfach, schmunzelt Barbara Rauscher. "Wir haben Unterwasserlautsprecher und die Mädchen zählen die Takte der Musik mit und wissen, was zu tun ist."

Foto: Bartenschlager

Mit sechs bis sieben Jahren fangen die Mädchen an mit ihrem Sport. Da müssen sie aber bereits gut schwimmen und tauchen können. Mit den Jahren steigert sich das Niveau; einige der Donaunixen sind beispielsweise Mitglieder im bayerischen oder im deutschen Kader. Die sehr guten Synchronschwimmerinnen besuchen die Eliteschule des Sports in München, wo sie bereits vor Unterrichtsbeginn zwei Stunden trainieren. Das Ergebnis sahen die Zuschauer etwa bei den Leistungen der Teams der Stadtwerke München, denen Aufsehen erregende Figuren gelangen. Doch auch die Donaunixen konnten sich mit ihren Leistungen sehen lassen.

Auch bei den Synchronschwimmerinnen haben Corona und die dagegen getroffenen Maßnahmen Einschnitte hinterlassen. Normalerweise besteht eine Gruppe auch acht Schwimmerinnen. Manche Gruppen wiesen aber nur eine Stärke von drei Schwimmerinnen auf. Hier sind die Regeln hart: Pro fehlende Person wird automatisch ein halber Punkt abgezogen. "Eigentlich müssten es mehr sein", findet Barbara Rauscher. Denn die Choreographie sei für eine Achtergruppe viel schwerer zu bewerkstelligen.

Jedenfalls fehlten einige Schwimmerinnen, die positiv auf Corona getestet worden waren. Auch die Donaunixen des TSV Neuburg traf es in zwei Fällen. Bei anderen Mannschaften waren die Ausfälle spürbarer. Ein zweiter Faktor kommt hinzu. Je älter die Mädchen werden, desto schwieriger wird es für sie, am Training und an Wettkämpfen teilzunehmen, sei es aus schulischen Gründen oder weil sich die Interessen verlagern. Deshalb lief die Neuburger Juniorinnen-Gruppe außer Konkurrenz. Barbara Rauscher lobt sie in den höchsten Tönen, weil die Mädchen bei der Stange bleiben. Man wird sich also noch auf weitere Auftritte freuen dürfen.

 

Ergebnisse

Die Donaunixen zeigten tolle Auftritte und wurden entsprechend belohnt.

  • So belegte Nathalie Mehl vom TSV Neuburg den 1. Platz sowohl in der Technischen Kür Solo als auch in der Freien Kür Solo der Altersklasse A. Mehl hatte bereits bei den Deutschen Meisterschaften Bronze geholt.
  • Den 1. Platz für der Technischen Kür Duett als auch bei der Freien Kür Duett bei den Juniorinnen holten Julia Müller und Lisa Königsbauer.
  • Ganz oben auf dem Stockerl in der Kategorie Technische Kür Gruppe der Juniorinnen standen Julia Müller, Lisa Königsbauer, Laura Schmitt, Carina Schmitt, Julia Brening und Mona Weidner.
  • Clara Schmalbach holte Bronze bei der Freien Kür Solo der Altersklasse D.
  • Mona Weidner schaffte dieses Ergebnis bei der Freien Kür Solo der Jugendlichen.
  • Eine tolle Leistung präsentierten Marie Brylla, Marlene Speth und Eleni Ivic (Ersatz) in der Freien Kür Duett, Altersklasse D; und belegten den 1. Rang.
  • Gold für Neuburg gab es auch für die Freie Kür Gruppe der Altersklasse D. Hier lieferten Marie Brylla, Marlene Spetz, Panna Fazekas, Evelyn Galiew, Isabelle Hauk, Kiana Meyer, Clara Schmalbach, Sophie Jocher und Antonia Graf (Ersatz) eine bemerkenswerte Leistung ab.
  • Bemerkenswert ist auch der 2. Platz in der Freien Kur Gruppe der Altersklasse C. Hier mussten sich Klara Robert, Sarah Stumpf, Franziska Baryshnikova, Mia Riehl, Maya Stanek, Lara Montenegro, Celine Galiew und Lea Hentschel als Ersatz nur dem überragenden Team der Stadtwerke München geschlagen geben.
  • Bei den Juniorinnen schwammen die Donaunixen in der Kategorie Freie Kür Gruppe, Juniorinnen, außer Konkurrenz und lieferten einen umjubelten Auftritt ab.

 


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